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Woche 1 auf See

25.11.2017

 

 

 

25. November 

 

Wir segelten gestern Richtung Nordwesten. Wenigstens nach Westen, so stark nördlich wollten wir nicht, aber der Wind befiehlt. Wir hatten noch stärker gerefft, damit wir in der Nacht nicht zu schnell waren und auch nicht allzu stark nach Norden kamen.

 

Im späteren Nachmittag war dann auf einmal Triton auf der Karte. Sie kamen von Norden Richtung Süden. Wir waren noch erstaunt, dass sie nicht einen westlichen Kurs wählen, aber nördlich von uns hatte der Wind bereits gedreht, Ich hatte noch mit Markus von der Kisu gesprochen und der war auch nicht gerade erfreut über die Situation. Wir hatten dann doch noch die Champagner Flasche geöffnet und mit Trudi angestossen. Richtig kochen wollte niemand. Es gab Fertignudelsuppen. Wir hatten noch gestaunt, dass Kisu den Kurs Richtung Süden geändert hatte, bis feststellten, dass wir kaum noch Fahrt machten. Der Wind war nun auch bei uns völlig eingeschlafen und hatte dann gedreht. So segelten wir auch Richtung Süden, da der Wind aber nicht mehr stark war, kamen wir mit den gerefften Segeln kaum mehr vom Fleck.

 

Mittlerweile war es schon stockdunkel und Walter und ich sind dann angeleint auf dem Deck herum geturnt, um die Reffs wieder zu lösen. Wir hatten dann auch ein Problem mit der Genua entdeckt, wir konnten sie nicht mehr vollständig ausrollen. Ist aber besser, als wenn wir sie nicht mehr einrollen könnten. Es hatte auch noch angefangen zu regnen und da wir öfter mal in eine Welle fuhren wurden wir von oben mit Süsswasser besprüht und von unten mit Salzwasser. Geschlagene zwei Stunden hatten wir am Rigg ‚geschraubt‘ bis wir wieder anständig Fahrt hatten und alle Segel wieder richtig standen. Der Wind ist nun sehr variabel aber die Welle ist immer noch da, sodass es recht ungemütlich wurde, sogar zwei Gläser sind im Schrank zerbrochen.

 

Auch hatten wir heute Nacht die ersten Squals. Squals sind kleine Passatwolken, die vielfach recht harmlos aussehen und die man nachts ohne Radar kaum sieht. Kommt man aber unter die Wolke kann der Wind in kürzester Zeit auf bis zu 40 Knoten auffrischen und vielfach hat man auch noch kräftigen Regen. Darum ist es ratsam vor allem nachts mit schon gerefften Segeln unterwegs zu sein. Nach manchmal nur 10 Minuten ist der ganze Spuk wieder vorbei. Manchmal dauert es auch etwas länger. Wir hatten die Selbststeuerung auf Windfahnen Steuerung eingestellt, so dass wir immer den gleichen Winkel zum Wind hatten. Dreht der Wind, dreht das Schiff mit.

 

Etwa um fünf Uhr hat uns Triton in einem Abstand von einer Seemeile gekreuzt. Es ist erstaunlich, dass man sich so weit draussen wieder trifft. Ich habe sie über Funk gerufen, aber sie hatten wohl das Funkgerät nicht eingeschaltet. Auch mit Kisu hatte ich heute Vormittag keinen Kontakt mehr. Er ist etwa 15 Meilen südlich von uns. Am Mittag hatten wir beim Einrollen des Genackers einen Riss am Achterliek festgestellt. Wir haben den Genacker geborgen, er liegt über das ganze Deck verteilt und endet auf dem Cockpit Tisch wo über 3 Meter neu vernäht werden müssen. Heute wird das nicht mehr fertig. Der Wind ist wieder schwächer und wir laufen nur noch mit 5 Knoten Richtung Süden, Richtung Wind. Gestern waren wir weit über 100 Meilen gesegelt, sind dem Ziel aber nur 50 Meilen näher gekommen.

 

Bis bald…

 

24. November 

 

Gestern Abend gab es zu Nachtessen gebratenen Fisch, Gemüsereis und gebratene Kochbananen. War wirklich lecker. Leider dürfen wir morgen nicht fischen. Trudis Geburtstag heute hatte mit stärkerem Wind angefangen.

 

Die Nacht war wieder recht ruhig und wir fuhren jeweils mit einem Motor mit 1600 Touren um Diesel zu sparen. Wir haben noch gut halbvolle Tanks. Gegen Morgen wurden die Bewegungen stärker, da wir je länger je mehr die Wellen gegen uns hatten. Auch der Wind hatte recht stark zugenommen und zwar von vorne. Wir haben dann wie auch Kisu den Kurs mehr Richtung Westen geändert. Wir liefen recht gut aber die Schiffsbewegungen wurden recht heftig, sodass wir noch 15 Grad abfielen und das Gross Segel refften. Dann liefen wir mit gegen 9 Knoten. Die Schiffsbewegungen wurden wieder ein wenig angenehmer. Kisu sahen wir auf der Karte, er hatte einen ähnlichen Kurs wie wir gewählt.

 

Heute ging‘s zur Sache, wir liefen zwischen 8.5 und 9 Knoten und hatten nun auch die Genua gerefft. Es blies den ganzen Nachmittag mit 25 bis 28 Knoten und die Wellen kamen von der Seite. Öfter mal stecken wir in einer Welle, und auf dem Vorschiff würde man dauernd geduscht werden.

 

Um 14 Uhr hatten wir Besuch von einer kleinen Sorte Wale. Wahrscheinloch wollten sie Trudi zum Geburtstag gratulieren. Sie schwammen ein paar Meter hinter dem Heck hin und her und wir haben gefilmt und fotografiert was das Zeug hielt. Danach hatten wir die Genua nochmals gerefft, und nun machen wir nur noch 7.5 bis 8 Knoten, dafür stecken wir nicht mehr in jeder 3. Welle. Ich hatte zum Geburtstag eine Flasche Champagner kalt gestellt, aber es sieht nicht danach aus dass wir die heute noch aufmachen. Um 15 Uhr sahen wir Kisu am Horizont. Wir laufen fast parallel zu ihm und kommen ihm immer etwas näher. Unser nächstes Etmal wird sicher grösser. Auch das Kochen wird heut nicht so einfach werden, denn wir werden schon recht herumgeworfen. Diese Nacht wird leider nicht mehr so ruhig wie die letzte.

 

Bis morgen…

 

23. November 

 

Die Nacht  war  wieder  sehr  ruhig. Wir sind  abwechselnd  mal  mit  Backbordmotor  und dann  wieder  mit Steuerbordmotor gefahren. Wir haben den  Motor so  gewählt, dass alle möglichst  lange  ohne Motorengeräusch auf  ihrer  Seite  schlafen  konnten.  Der Morgen begrüsste  und  wieder  mit  einem fantastischen Sonnenaufgang. Da Richtung  Süden  viele Wolken  am  Himmel  waren, sah es  schon  fast dramatisch  aus.  Der  Sonnenaufgang wurde auf  mindestens  50  Fotos und  Filmen  der  Nachwelt erhalten. Wir hatten eine  ruhige See  mit  einer  sehr langen Dünung. In  einiger  Entfernung  zog  eine Schule von  kleineren Walen vorbei.

 

Auf der  Karte  ist  wieder was  los. Es sind  wieder  einige Schiffe um uns herum, die wir manchmal auch am Horizont sehen können. Wir haben auch wieder  Kisu entdeckt. Er  kreuzte unseren Kurs in  einer  Entfernung  von  12  Meilen.  Ich  hatte  ihn am  Morgen über Funk erreicht.  Er hat  etwas  leichtere  Segel,  so dass  er  auch unter Segel  besser vorankommt  als wir, aber  er  musste  auch  über  weite  Distanz  motoren.  Ihnen geht  es  gut. Sie  haben aber auch wenig Glück beim  Fischen.  

 

Heute Morgen während des Frühstücks hat wieder eine kleine Dorade angebissen, aber die hätte  nicht  mal  als Vorspeise  gereicht. Wir habe sie  wieder laufen lassen. Gegen Mittag war wieder eine kleine Dorade am Hacken, die sich aber zum Glück selber befreien konnte, als ich  sie näher ans Schiff gezogen hatte.  

 

Am Mittag habe ich wieder mit Markus von der Kisu auf VHF gefunkt. Auf SSB hatten wir beide nichts gehört und nun wissen wir nicht ob ein Funkgerät nicht funktioniert, oder beide.

 

Heute gab es zum Mittageessen einen unübertrefflichen Quinoa Salat.  

Hier das Rezept  : 

Papaya 200  gr.    Quinoa  Mix   (bereits  gekocht  vom  Vortag) 
1  Papaya
1  Avocado
1/2 Zwiebel gehackt 
Saft  einer  Orange,  Saft  von  2  Limonen 
Fleur de  Sel 
Olivenöl 
Schwarzer  Pfeffer,  Chiliflocken, Orientalisches Gewürz 
Alles Mischen  und  noch  Gewürze  nach  Wahl  beifügen. 


Heute war Doraden Tag. Wir  hatten  fünf  Bisse. 2 waren so klein, dass wir sie wieder gehen liessen. Am Nachmittag um drei Uhr hatten wir gleichzeitig 3 Doraden an den Haken. Zwei konnten wir problemlos reinholen, und die dritte die sehr kräftig gekämpft hatte, konnte sich leider wieder befreien. Für die nächsten Tage haben wir aber genug feinen  Fisch. Nach der Schlachterei sieht das Schiff meist ein wenig übel aus, und es braucht viel Salzwasser um die Spurern wieder zu entfernen.  

 

Bis morgen

 

22. November 

 

Diese Nacht war ein wenig unruhiger. Wir sind unter Motor weiter gefahren, der Wind war die ganze Zeit viel zu steil und recht schwach. Die Wellen kamen mehr von der Seite und waren auch höher als zuvor. Es hatte mehr geschaukelt. Morgens um sieben hatten wir wieder einen fantastischen Sonnenaufgang und auch noch eine grosse Schule von Delphinen, welche in unserem Kielwasser hin und her schwammen. Der Wind hatte ein wenig aufgefrischt, sodass wir das Gros und den Gennaker setzten konnten und mit 4 bis 5 Knoten vorwärts kamen. Dann kam einen weitere Schule von Delphinen, die uns sicher eine halbe Stunde begleitete. Es ist erstaunlich mit welcher Eleganz und ohne sichtbare Anstrengung sich diese Tiere durchs Wasser bewegen, und obwohl sie ganz nahe vor dem Bug schwimmen, berühren sie ihn nie.

 

Walter und Rita lagen zuvorderst am Bug und irgendwann ist das Schiff dann in eine Welle eingetaucht und beide waren mit Salzwasser geduscht. Gegen Mittag schlief der Wind wieder ein und wir machten nur noch 2 Knoten. Weil die See ruhig war haben wir in jeden Tank ein Kanister Diesel, das heisst 20 lt. gefüllt. Die Tankanzeige zeigte immer noch fast voll an. Dann hatten wir beide Motoren gestartet und laufen nun mit 6 Knoten einen Kurs von 254 Grad. Das Meer ist wieder ganz ruhig.

 

Heute hatten wir vier Köder im Wasser und hoffen immer noch dass es heute wieder Fisch gibt, sonst muss ich womöglich nochmals Truten Schinken essen. Vor und hinter uns sind grosse Regenwolken und ich hoffe, dass es für ein paar Minuten mal richtig regnet, sodass das Salz wieder mal vom Deck gewaschen wir. Die Aussichten Morgen genug Wind zu haben sind leider sehr klein, aber da alle fit sind und auch einen guten Appetit haben nehmen wir es recht locker.

 

Bis morgen…

 

21. November 

 

Der Atlantische Ozean ist der zweitgrößte Ozean der Erde. Die von ihm bedeckte Fläche beträgt 79.776.350 km. Seine grösste Breite beträgt 9.000 km zwischen Senegal und dem Golf von Mexiko, die geringste 1.500 km zwischen Norwegen und Grönland. Die maximale Tiefe wird mit 9.219 Metern im Milwaukee Tief erreicht. Zurzeit liegt der Boden unter uns auf etwa 4200 Meter. 

Die Reise durch die letzte Nacht war recht gemütlich. Wir hatten kaum Wind und auch wenig Wellen. Man könnte meinen wir fahren über einen grossen See. So konnten wir alle genügend schlafen. Hier draussen ist es schon recht einsam. Oft sehen wir Schiffe nicht wirklich, sondern nur auf der elektronischen Karte. Da das AIS uns grössere Schiffe bis zu einer Entfernung von 80 Meilen zeigen kann, ist der Bildschirm trotzdem recht leer. Gestern Abend beim Einnachten haben wir die Wellis wieder gesehen. Ich hatte wieder mit Stephane gesprochen. Auch sie laufen unter Motor und hoffen aber dass es bald wieder Wind gibt, denn der Dieselvorrat ist wie bei uns nicht sehr gross. Wir könnten nur etwa ein Viertel der Strecke mit dem Motor bewältigen. Heute hatten wir den Kurs direkt nach Barbados angelegt und das Programm zeigt dass wir noch etwa 2325 Meilen (1 Seemeile = 1,859 km) von Barbados entfernt sind.

 

Der Tag war nicht anstrengend, und der Appetit kehrt bei allen Segler allmählich zurück. Das Gemüse und die Früchte reifen recht schnell, da wir sie nicht im Kühlschrank lagern können. Dieser ist für Wichtigeres wie zum Beispiel Bier, Käse oder Fleisch reserviert. Heute Abend gibt es Chinesische Nudeln mit Peperoni, Knoblauch, Blumenkohl und Poulet Fleisch, denn bis jetzt hat wieder kein Fisch angebissen. Morgen versuche ich es mit anderen Ködern.

 

Der Kontakt über das Satelliten Telefon Iridium funktioniert recht gut. Wir holen damit auch jeden Morgen die neuesten Wetterkarten an Bord. Den ganzen Tag war es recht sonnig und jetzt gegen Abend ist es leicht bewölkt. Ich glaube es gibt wieder eine ruhige Nacht.

 

Bis bald..

 

20. November 

 

Gestern noch hatten wir ein Etmal von 115 Meilen und heute gerade noch von 95 Meilen. Aber es geht vorwärts. Der Wind ist schwach. Das kannst Du auch auf https://www.windy.com sehen. Gestern Abend gab es wieder Fisch und Reis, Trudi hatte so viel Reis gekocht, dass es heute sogar noch für einen Reissalat reichte. Einige Personen hatten aber auch sehr wenig gegessen. Gestern Abend hatte ich noch André von der ‚Mirabella‘ auf dem Funk gehört, er konnte mich aber nicht empfangen. Andrea hatte uns ein Mail geschickt, und gesagt, dass alle etwa den gleichen Kurs wählten, ausser ‚Triton‘ die sofort Richtung Westen segelten. Heute Morgen hatten wir den Kurs gewechselt und segelten nun auch Richtung Westen, weil es dort im Moment noch am meisten Wind gab.

 

Am Mittag kreuzte uns ‚Wellis‘ mit Stephane und Florence. Sie zogen ein paar Hundert Meter vor uns vorbei nach Süden. Ich hatte mit Stephane gefunkt. Ihre Segelgarderobe ist auch nicht für ganz leichte Winde gemacht wie auch unsere. Auch bei ihnen sind alle wohlauf.  Wir konnten dann noch bis gegen 3 Uhr segeln, aber dann ist der Wind fast eingeschlafen. Nun drehten wir auch Richtung Süden ab. Wir hatten einen Motor gestartet und liefen bei 1600 Touren über 5 Knoten, aber leider mit Lärm. Der Appetit ist bei einigen Mitsegler leider noch nicht sehr gross. Aber die positive Seite ist, dass die Wein, Bier und anderen Vorräte nicht so schnell abnehmen. Wir hatten wieder zwei Köder ausgebrach, aber bis jetzt wollte kein Fisch anbeissen.

 

Weitere Vorkommnisse: Rita hatte nach dreimal Haare waschen ihr biologisch super abbaubares Shampoo wieder aus den Haaren gekriegt. Nun motoren wir bei wenig Welle Richtung Südwesten. Bis morgen..

 

19. November - Der erste Tag

 

Der erste Tag hat Fischmässig sehr gut begonnen. Um 16.00 hatten wir eine Dorade am Haken der neuen Fischerrute und als ich am Abend die zweite Fischerei aufgespult hatte war nochmals eine Dorade am Haken. Sie war aber nur 30 cm gross. Wir haben sie losgemacht und wieder ihrem Element zurückgegeben. Wenn es auf dieser Überfahrt so weitergeht, haben wir genug Fisch.

 

Wir sind während des ganzen Tages einigermassen vorwärts gekommen. Der Wind war leider sehr leicht und hat auch immer ein wenig gedreht. Zum Nachtessen gab es ein anständig scharfes Gemüsereis mit Fisch. Die erste Nacht ist überstanden, die Hälfte der Crew war ein wenig angeschlagen aber bis heute Morgen hat sich das verbessert. Anfangs war der Wind sehr schwach und hat auch dauernd ein wenig gedreht, aber am frühen Morgen hatten wir dann 12 Knoten Wind und mit dem Genacker sind wir über sieben Knoten gelaufen. Am morgen früh habe ich den Köder wieder ausgebracht und ein wenig später sind von den 8 Kabelbinder mit welchen die Halterung an der Reeling befestigt war, fünf zerrissen und die Rute hing noch an der Sicherung. Als ich die Schnur wieder aufgerollt hatte, was ohne Widerstand ging war klar, wir hatten einen sehr grossen Fisch erwischt, aber der Scheisskerl hat unseren besten Köder und einiges an Leine mitgenommen. Der Himmel ist ein wenig bewölkt aber die Sonne scheint und es ist draussen 24 Grad warm. Um 12 Uhr hatte ich mit Kisu zu einer Funkrunde abgemacht, aber leider konnte ich nichts von ihm hören. Ich werde es morgen wieder versuchen. Am Morgen hatten wir in der Ferne noch ein Segel gesehen aber jetzt ist nur noch Wasser und Himmel um uns herum. Am Nachmittag hatten wir einige Risse am Rand des Gennaker entdeckt. Wir haben den Gennaker heruntergeholt und Trudi und ich haben 2 Stunden genäht. Jetzt laufen wir wieder mit 6 Knoten Richtung Süden.

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