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Von Bequia nach Grenada

03.04.2019

Von Bequia sind wir wieder mal mit gutem Wind zu den Tobago Cays gesegelt und hatten am ersten Tag einen schönen ruhigen Ankerplatz. Am zweiten Tag hatten wir auf beiden Seiten je einen Katamaran an einer Boje mit lauter besoffenen Franzosen. Das war aber noch nicht die Krönung. Am späteren Nachmittag gab es auf einmal einen riesen Schlag gegen unser Boot. Wir sprangen raus und sahen, dass uns ein deutsches Boot in die linke Seite reingedonnert war. Vorne in der Höhe des Stauraumes hatten wir ein etwa 40 cm grosses Loch in der Bordwand. Ich forderte sie auf, sofort zu ankern und auf unser Boot zu kommen, aber sie fuhren einfach weiter. Ich liess sofort das Dinghy ins Wasser und fuhr den beiden nach. Als ich sie erreicht hatte und fragte was das solle ging er zu Anker und hantierte dort herum, war aber völlig abwesend. Auf einmal hatte ich festgestellt, dass sie auf das Riff zu trieben und als ich ihnen das sagte kam keine Reaktion. Ich band das Dinghy am Schiff fest und sprang an Bord und fuhr los von der Gefahrenquelle weg. Der Mann war völlig weggetreten und sie wusste auch nicht was los war. Ich fuhr zurück zu unserem Schiff und versuchte zu ankern, aber die beiden waren keine Hilfe. Dann kam ein Skipper einer französischen Charter Yacht und half mir das Schiff an eine Boje zu legen. Wir benachrichtigten die Coast Guard, welche als es schon bald dunkel wurde mit einen schnellen Patrouillenboot und einem offen Boot angeprescht kamen, natürlich mit Blaulicht. Organisatorisch lief alles so ab wie man es sich gewöhnt ist. Kein Plan. Sie kamen zu uns an Bord stellten viele Fragen, und füllten Formulare aus, aber mehr zur Ausrüstung des Schiffes. Sie holten den deutschen Skipper auf ihr Patrouillenboot um ihn ins Spital zur Untersuchung zu bringen, da er nicht gerade sehr gesund aussah. Ein paar Minuten später kamen sie nochmals zurück und sagten ich sollte auch sofort mitkommen, damit ich einen Rapport von der Polizei erhalten würde. Es war noch nicht ganz dunkel und wir bretterten mit 3 mal 300 PS über die Wellen Richtung Union. Das ist schon fast wie tief fliegen. Wir sind die Strecke auch schon ein paarmal gefahren und brauchten über eine Stunde, nun waren wir aber in kaum 15 Minuten dort. Die Sitze sind gut gefedert, sonst würde einem womöglich die Wirbelsäule oben raus schauen. Wir brachten den Deutschen ins Spital und der Polizist erklärte mir dass das mit dem Rapport nicht so einfach wäre. Da müsste ich morgen wieder kommen und dann müssten sie eine ‚Application‘ eröffnen und das ginge dann so vielleicht bis Freitag und dann bekäme ich irgendwann ein Mail aus St. Vincent. Der Fall war klar. Man hätte es auch in vier Worten sagen können ‚Scheisse das gibt Arbeit‘. Angesichts dieser Sachlage blieb mir nichts anderes übrig als auf ein Police Record zu verzichten. Die Ärztin wollte den Deutschen über Nacht behalten, aber er weigerte sich und so fuhren wir bei stockdunkler Nacht wieder zurück zum Schiff. Die anderen drei Polizisten vom offenen Boot sassen gemütlich auf unserem Schiff unterhielten sich mit Trudi und warteten auf uns. Als wir alle wieder abgeliefert waren, preschten sie wieder davon. Resultat null.

Am nächsten Tag hatte ich einen Schaden Rapport mit Fotos des Schadens erstellt und der deutsche Skipper, der wieder recht gesünder aussah unterschrieb ihn. Ich schickte alles als E-Mail an die Versicherung. Danach verliessen wir die Tobago Cays und wir verzogen uns in die Saline Bay wo es viel ruhiger ist. Zum Glück hatte ich noch eine grosse Menge Epoxidharz und Glasmatten an Bord. Da ich die Gestelle für die ‚Racko‘ Kisten ein laminiert hatte, blieb mir nichts anderes übrig als sie mit dem Beil zu entfernen. So konnte ich die gesplitterten Teile des Loches wieder zurückdrücken und dann laminierten wir aussen drei Lagen Glasmatten über das Loch, sodass keine Feuchtigkeit ins Laminat eindringen konnte. Am nächsten Morgen ging es nach Union Island zum ausklarieren. Danach segelten wir direkt in die Tyrell Bay wo ich für Grenada einklarierte. Unterwegs hatte ich viel Mail Verkehr mit der Versicherung, mit Clarkes Court für einen früheren Termin um das Schiff heraus zu nehmen und mit den Sachverständigen der Versicherung. Wir hatten nun einen Termin für das Herausnehmen des Schiffes am Dienstagmorgen. War nicht so geplant, wir wollten noch ein wenig die Buchten in Grenada geniessen. Kaum war ich nach dem Einklarieren wieder auf dem Schiff kam der nächste Hammer. Die Suzie Wong auch wieder ein deutsches Schiff kam langsam aber unaufhaltsam auf uns zu. Wir riefen, ich fuhr mit dem Dinghy hin und versuchte es wegzudrücken, aber der Kerl schaute nur dumm aus dem Niedergang. Irgendwann kam er dann raus und meinte vorhin hätte der Anker noch gehalten, eine Aussage, die wirklich von grösster Intelligenz zeugt. Zum Glück konnte ich mit dem Beiboot eine weitere Katastrophe verhindern. Er fuhr dann glücklicherweise aus der Bucht. Der Rest des Tages ging relativ unspektakulär zu Ende. Wir versuchten noch etwas auf der Insel einzukaufen, aber es war nicht mehr viel vorhanden, so gingen wir wieder zurück zum Schiff und Trudi kochte ein feines Quinoa mit Gemüse.

Am Samstagmorgen gingen wir früh weiter. Wir wollten bis St. Georges auf Grenada. Weil aber der Wind so super blies fuhren wir gleich weiter in die Hartmann Bay, um zu tanken. Wenn wir das Schiff aus dem Wasser nehmen, sollten die Tanks voll sein damit sich kein Kondenswasser bilden kann. Danach liessen wir den Anker an unserem Ausgangspunkt dieser Reise wieder fallen, vor der Calvigny Island. Am Montag fuhren wir mit dem Dinghy zu Clarkes Court um nach zu fragen, ob der der Termin am Dienstagmorgen noch gültig ist. Auch haben wir uns schon die Firmen angesehen und bereits einen Termin mit Palmtree Marine abgemacht, damit sie sich die Motoren mal ansehen. Und wir machten einen Besuch bei der Firma Driftwood um auszukundschaften ob sie für die Reparatur in Frage kämen.

Am Abend wollten wir uns noch einen guten Drink leisten. Wir fuhren mit dem Dinghy zur Marina Phare Bleu. Es hatte sogar wieder einige Schiffe und auch ein paar Katamarane einer Charter Firma. Wir setzten uns auf die Veranda des Restaurants und genossen den Ausblick. Es waren kaum Gäste dort. Am Tresen standen einige Angestellte des Restaurants und guckten in ihre Handys. Nach einer viertel Stunde sind wir wieder gegangen. Im letzten November war der Service schon grenzwertig, aber jetzt sind sie einen Schritt weiter, sie sind zu faul dich zu bedienen. Ich glaube die guten Zeiten sind dort vorbei, wir werden jedenfalls nicht mehr hingehen.  Wir sind immer wieder mal froh über einen Regenschauer, damit das Salz wieder mal von Schiff gewaschen wird. Dass es ausgerechnet schütten musste, wenn wir das Schiff aus dem Wasser nehmen war nicht in unserem Sinn. Um 10 Uhr vormittags aber stand die Mariposa wieder fast an der gleichen Stelle an Land wie bevor wir loszogen. Gegen Mittag kam der Versicherungsexperte und schaute sich den Schaden an. Morgen geht’s los mit Kostenvoranschlag, Putzen, Motoren durchchecken und mit Süsswasser spülen und noch mit vielem anderen mehr.

 

 

 

 

 

 

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