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Gibraltar - Lanzarote

09.10.2017

Am Mittwoch den 26. September haben wir den Europa Point von Gibraltar querab. Vor Gibraltar und auch in der Bucht liegen unzählige Frachter, vor allem Öltanker und Flüssiggas Schiffe vor Anker. Wir kurven um alle die Frachter herum, auf der Suche nach einem Platz für die Nacht. Ich hatte alle Marinas über Email für einen Platz angefragt, aber alle waren ausgebucht. Wir wissen, dass auf der anderen Seite der Landebahn auch eine Marina auf spanischem Boden ist, und dass man dort auch ankern kann. Als wir näher kommen stellen wir fest, dass es eine neue recht grosse Marina ist und wir bekommen problemlos einen Platz. Das Einparken in eine enge Lücke bei fast 20 Knoten Seitenwind macht uns ein wenig Sorgen, denn durch die hohen Seitenwände und Aufbauten drückt es uns bei Seitenwind recht schnell weg. Wir parken aber ohne Probleme rückwärts ein. Die Marina Alcaidesa ist aber leider weit weg von der Stadt, so dass wir längere Fussmärsche zu bewältigen haben. Am nächsten Tag gehen wir nach Gibraltar zum Einkaufen. Obwohl wir ja in Europa sind, ist die Grenze zwischen Spanien und Gibraltar befestigt und mit Grenzposten versehen wie zu DDR Zeiten. Wir müssen mehrmals die Ausweise zeigen. Gleich nach der Grenze vor der Landebahn ist ein Einkaufszentrum. Dort bekommen wir alles was wir wollen aber bezahlen müssen wir in Pfund. Wir schleppen unsere Einkäufe wieder Richtung Spanien und sind froh dass wir nicht allzu viel dabei haben, denn auch auf dieser Seite gibt es auch Grenzposten und Zoll. Dort ist gross angeschlagen wieviel man von was mitbringen darf. Wir wollten einige Tage in Gibraltar verbringen den die Stadt ist interessant und hat eine bewegte Geschichte.

Wir waren bei weitem nicht die ersten Besucher Gibraltars andere waren schon viel früher da. Natürliche Höhlen im Felsen von Gibraltar gelten als die letzten Rückzugsgebiete der Neandertaler in Europa. Gesicherte Spuren weisen auf eine Besiedlung der Gorham-Höhle schon vor etwa 28.000 Jahren hin. Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, an dem Affen freilebend vorkommen. Deswegen nennt man Gibraltar auch den „Affenfelsen". Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sei, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hätte.

Gibraltar hatte 14 Belagerungen, 4 Handwechsel wären ihrer Geschichte erlebt. Lange Zeit war Gibraltar von den muslimischen Arabern bevölkert. Der Name Gibraltar stammt aus dem Arabischen 'Jlb Dschabal Tärtq' Berg des Tarik. Am 4. August 1704 wurde Gibraltar durch Prinz Georg von Hessen-Darmstadt im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1830 britische Kronkolonie.

Nach dem Studium der Wetterkarten kommen wir zum Entschluss am nächsten Tag am Freitag gleich weiter nach Lanzarote zu ziehen. In den nächsten Tagen gibt es viel Wind in der Strasse von Gibraltar, zwar in die richtige Richtung, aber es ist trotzdem nicht sehr angenehm. Bei Gegenwind ist ein durchkommen fast chancenlos. Durch die Verengung gibt es starke Strömungen. Wir müssen 3 Stunden vor Hochwasser los, damit wir nicht Gegenströmung haben. Auch kommt es darauf an ob man an der rechten Seite oder in der Mitte fährt, denn die Zeiten für die Strömungen in Fahrtrichtung sind verschieden. Wir tanken das Schiff voll und setzen gleich das Gross Segel und dann geht’s los. Wir halten uns an die rechte Seite, denn in der Mitte ist das Verkehrstrennungsgebiet für die Frachter und dort geht es zu wie auf der Autobahn.

Wir kommen gut voran, und halten auf Tarifa zu. An der Ecke werden die Wellen dann recht chaotisch. Hier kommen der Kanal und der Atlantik zusammen. Wir haben guten Wind und können bis zum Samstagmorgen segeln, was auch angenehmer zum Schlafen ist. Am frühen Morgen schläft der Wind ein und wir fahren nur mit einem Motor weiter bis am Mittag. Das Meer ist ganz ruhig und es hat Nebel. Man sieht nicht sehr weit, und wir sind froh dass wir die grossen Schiffe dank AIS schon weit voraus auf der Karte haben. Dann ist der Wind wieder erwacht und wir setzen den Génnaker und erreichen Geschwindigkeiten bis über 9 Knoten. So macht es Spass. Wir halten uns recht nahe der marokkanischen Küste, denn weiter draussen bläst der Wind viel stärker. Am Nachmittag setzt dann eine Dünung von über 2.5 Meter von der Seite ein. Wir kommen immer noch gut voran, aber das Schiff wird durch die hohen Wellen herumgeworfen und es ist relativ unangenehm und laut an Bord. Leider hält die Dünung die nächsten Tage an, aber da müssen wir halt durch. Die Nacht auf den Sonntag haben wir immer noch die hohen Wellen, aber durch den geänderten Kurs ist es ein wenig ruhiger geworden und wir konnten die ganze Nacht segeln. Auch der Sonntag lief gut und am Montagmorgen sind wir noch 190 Meilen vor Lanzarote. Das Segeln wurde mühsamer da der Wind langsam einschläft, die blöden Wellen sind immer noch da aber ein wenig kleiner. Wir haben immer 2 Angelhaken im Wasser, aber kein Fisch will anbeissen. Es scheint alles leer gefischt zu sein. Am Montagabend fahren wir unter Motor weiter, denn der Wind ist zu schwach zum Segeln. Am Dienstag um 15.30 sehen wir Land. Leider ist es zurzeit ein wenig neblig, aber ab morgen sollte es wieder sonnig sein. Wir ankern vor der Isla Graciosa in der Bucht Playa Francesca. Wir sind froh wieder eine ruhigere Nacht vor Anker geniessen zu können. Auch das Kochen wird einfacher. Wir hatten wieder Internet und ich musste zuerst noch eine Busse wegen zu schnellem fahren von €45.00 in Frankreich bezahlen.

 

 

 

 

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