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Adieu Port Saint Louis du Rhône

09.09.2017

 Port Saint Louis liegt am linken Ufer der Rhône, etwa sechs Kilometer vor ihrer Mündung in  das Mittelmeer. Da die Rhône Mündung für Schiffe nicht befahrbar ist, wurde der Canal Saint-Louis erbaut, der die Binnenschiffe durch den Stadthafen von Port-Saint-Louis-du-Rhône in den östlich der Stadt liegenden Golf von Fos geleitet.

 

Die Gründung von Port Saint Louis du Rhône wurde von Napoléon Bonaparte angeordnet. Der Hafen wurde 1864, der Canal Saint-Louis 1873 eröffnet. Schiffsverkehr, Warenumschlag und Handel führten zu einem goldenen Zeitalter, das jedoch in den 1960er Jahren langsam zu Ende ging. Überall stehen noch halb verfallene Hallen und Lagerhäuser welche Zeugen von besseren Zeiten sind.

 

Port Saint Louis hat zwei grosse Gelände (Navy Service und Port Napoleon) wo je ca. 1000 Yachten an Land stehen. Das Klima hier ist sehr trocken, aber der Staub und der viele Dreck vom Industrie Gebiet in Fos setzen den Schiffen recht zu. Je nach Wetterlage sieht man über Fos Dreck Wolken in vielen Farben. Es ist erstaunlich, dass so etwas heute in Europa noch möglich ist.

 

Mariposa war nun zwei Jahre in Port Saint Louis. Wir haben das Schiff im Juni 2015 gekauft und bei Navy Service ans Land gestellt. Ich war viele Wochen beim Schiff und habe vieles eingebaut, umgebaut und optimiert. Ob alles gelungen ist wird sich noch weisen.

Ich habe in den zwei Jahren hier einige interessante Personen kennen gelernt, die auch wie wir an ihren Schiffen gearbeitet haben.

 

Kulinarisch gesehen ist diese Gegend eine Wüste. Die gute französische Küche hat es noch nicht bis hier her geschafft. Die Speisekarten sind austauschbar und nicht sehr originell. Meisten bekommt man ein Stück Fleisch und als Beilage Frites obwohl es in der Camargue sehr guten Reis gibt. Es gibt auch wenige  Restaurants wo frisches Gemüse in die Pfanne kommt, meisten bekommt man Auberginen, Paprika und Zucchetti bei welchen die Vitamine schon längst totgekocht sind und der Geschmack auch gleich mit. Selten sieht man saisonales Gemüse wie zum Beispiel Spargeln, wenn Spargelzeit ist. Wahrscheinlich wissen die Köche nicht wie man sie zubereitet. Auch das Würzen ist nicht ihre Stärke. Dass es an vielen Orten Herbes de Provence und andere Kräuter zu kaufen gibt haben sie in den Küchen leider noch nicht mitbekommen. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Preise sehr weit unter unserem Niveau sind. Für 10.00 bis 12.00 Euro bekommt man Moules (Miesmuscheln) und Frites, das Wasser dazu ist gratis, wie auch das Brot. Bei uns gibt es dafür kaum ein Wasser und ein kleiner Salat. Es gibt einige kleine Restaurant wie das ‚Pourquois pas‘ wo recht gut gekocht wird und das Gemüse noch knackig ist. In der nächsten Zeit werden wir wieder selber kochen, denn in den Läden gibt es alles was es dazu braucht.

 

Wir liegen nun im Hafen von Port Saint Louis und waren auf weniger Wind.

Am Sonntagmittag lässt der Wind nach und wir legen ab und wollen über Nacht möglichst Richtung Spanien kommen. Bald mussten wir aber feststellen dass der Autopilot Probleme macht und wir mussten selber steuern. Wir beschlossen Port Camargue anzulaufen. Um 11 Uhr Nachts sind wir dann angekommen und konnten vor der Capitainerie festmachen. Am nächsten Tag versuchte ich einen Spezialisten zu finden, aber alle hatten keine Lust am Montag zu arbeiten. Weil sich wieder sehr schlechtes Wetter anbahnte sind wir am nächsten Tag weiter nach Gruissan gefahren. Ein Drittel der Strecke konnten wir herrlich segeln, dann hat der Wind aber wieder gedreht und wir mussten den Rest motoren und sind wieder mitten in der Nacht in diese Marina eingelaufen. Dort versuchte ich wieder jemanden zu finden, der einen Autopiloten reparieren kann, aber als gegen 9 Uhr morgens immer noch keiner bei der Technik Firma das Telefon abgenommen hat, sind wir wieder ausgelaufen. Ein Franzose der auch etwas von der Technik wollte, meinte lakonisch das ist halt Frankreich. Im Internet habe ich eine Adresse einer Raymarine Vertretung gefunden, und so sind wir nach Rosas gesegelt und am nächsten Morgen konnte ich den Techniker telefonisch erreichen und einen Termin vereinbaren. Es stellte sich heraus, dass die Steuereinheit hinüber war. Zum Glück hatte er eine an Lager und er hatte sie auch schnell eingebaut. Danach sind wir in der Bucht einige Tests gefahren und sie funktionierte wieder tadellos. Die Rechnung war leider recht gewaltig. Es ist aber herrlich nicht mehr selbst steuern zu müssen. Wir sind dann weiter nach Palamos gefahren, wo wir vor dem Hafen geankert haben. Am Donnerstagmittag haben wir den Anker aufgenommen und sind los Richtung Menorca. Leider war der Wind wieder sehr mager und er drehte auch noch ständig. Weil im Golf du Lion Starkwind ist, haben wir bei der Überfahrt recht starken Schwell von der Seite. Der Himmel ist leicht bewölkt aber es ist 24 Grad warm.

 

 

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